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Dreispitzahorn und Feuerdorn — das Umtopfen zweier Bäume, die von der Ausstellung zurückgekehrt sind. Die Moosauflage wird entfernt, mit der Sichel werden drei Jahre Wurzelwachstum gelockert, und mit der Hand am Stammansatz wird der Baum langsam herausgezogen. Wenn das Präsentieren endet, kehrt man zum Pflegen zurück. Dafür gibt es diese stillen Handbewegungen.
Der Dreispitzahorn, der von der Kleinbonsai-Ausstellung zurückgekehrt ist, trägt noch die Moosauflage für die Präsentation. Diese Moosauflage, die im Ausstellungsraum so schön aussah, wird gleich nach der Rückkehr entfernt. Der darunter verborgene Wurzelansatz wird aufmerksam in Augenschein genommen.
Präsentieren und Pflegen verfolgen unterschiedliche Ziele. Wenn die Betrachtung endet, kehrt der Baum zu sich zurück. Die Ausstellungsmoosauflage ist nur oberflächlich befestigt und lässt sich leicht mit der Hand abstreifen — auch das ist ein Zeichen dafür, dass sie allein für die Betrachtung angebracht wurde.
Beim Feuerdorn steht das Umtopfen nach etwa drei Jahren an. Noch bevor man den Zustand der Wurzeln mit eigenen Augen prüft, gibt es eine Erwartung: «Die Wurzelausbreitung wird dicht sein.» Ein Baum, der für eine Ausstellung bereit ist, lebt eben mit besonderer Kraft.
Lesen, bevor man schaut. Vielleicht ist das, was Erfahrung bedeutet. Aus der Länge der Zeit ohne Umtopfen den Zustand im Innern der Schale erahnen zu können. Wenn man mit dieser Vorstellung die Sichel in die Hand nimmt, verändert sich etwas.
Der Befestigungsdraht am Schalenboden wird durchtrennt, dann wird die Sichel an der Innenwand der Schale entlanggeführt. Nicht die Klinge andrücken, sondern sie gleiten lassen, als würde man die Innenwand berühren. Von der Peripherie her werden Wurzeln und Erde behutsam gelockert. Keine Hast. Keine Kraft. Die über Jahre gewachsene Wurzelschicht löst sich nur mit Zeit.
Erst den ganzen Umfang lockern, dann erst herausziehen. Diese Reihenfolge ist es, die die Handbewegung formt, welche drei Jahre Zeit auflöst.
Beim Herausziehen aus der Schale darf die Stammrinde nicht beschädigt werden. Deshalb legt man die Hand stets an den Astansatz — den Stammansatz und zieht den Baum heraus. Die Stelle, die das Grundgerüst des Baumes trägt, liegt in der Handfläche.
Es sieht nach einer Kraftarbeit aus, ist aber in Wirklichkeit die Arbeit des Wo man berührt. Nicht ziehen, sondern stützen und langsam lösen.
Drei Jahre Zeit sind in der Schale eingeschlossen. Die Handbewegung, die das auflöst, ist irgendwie still und ohne Eile.
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