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Das Umtopfen ist der Beginn einer neuen Reise für den Baum. Die Vorderseite bestimmen, mit Draht befestigen, die Pflanzerde lückenlos einfüllen — was die Hände heute tun, bestimmt, wohin die kommenden Wurzeln wachsen. Die Fürsorge für das, was noch nicht sichtbar ist, zeigt sich erst später.
Nach dem Umtopfen sieht kaum etwas anders aus. Erde füllt die Schale, Wasser fließt hindurch. Mehr nicht.
Doch im Inneren der Schale wird etwas entschieden. Wo zwischen Wurzel und Erde noch Hohlräume bleiben, werden sich keine Wurzeln ausbreiten. Anders gesagt: Neue Wurzeln wachsen nur in die Zwischenräume der Pflanzerde, die wir heute sorgfältig geschlossen haben.
Mit dem Bambusstab stechen, rütteln, sanft mit dem Gummihammer klopfen. Dieser ganze Aufwand dient einem einzigen Ziel: Hohlräume zu beseitigen. So unscheinbar diese Arbeit wirkt — sie bestimmt das kommende Jahr.
Den Baum in der Schale zu befestigen dient nicht dazu, den Baum von heute zu schützen.
Ist die Befestigung zu locker, werden die frisch austreibenden Feinwurzeln bei jedem Windzittern verletzt. Verletzte Feinwurzeln können nicht Anwachsen. Das eigentliche Ziel der Befestigung liegt darin, das Leben zu schützen, das noch nicht entstanden ist — in der Arbeit mit Bonsai sind solche «Vorbereitungen für die Zukunft» vielfach eingewoben.
Dasselbe gilt für die Pflanzerde. Saubere, von Feinstaub befreite Erde zu verwenden, ist nicht für den heutigen Tag gedacht, sondern damit die Wurzeln künftig atmen können. Die Fürsorge für das, was heute noch unsichtbar ist, zeigt sich erst später.
Vor dem Einpflanzen dreht man den Baum langsam. Die nach rechts fließende Bewegung, die Wurzelausbreitung am Stammansatz — auch wenn das Astgerüst noch nicht geformt ist, gibt es einen Winkel, aus dem die Schönheit dieses Baumes am stärksten zum Ausdruck kommt. Diesen Winkel zu finden ist Voraussetzung, bevor auch nur ein Schaufelchen Erde eingefüllt wird.
Die Vorderseite festzulegen bedeutet dasselbe wie das vollendete Bild in sich zu tragen. Ein Baum, der nach rechts fließt, kommt in der Schale etwas links der Mitte zu stehen. Erst wenn die Bewegung des Baumes und der Freiraum miteinander antworten, entsteht echte Baum-Schalen-Harmonie.
Die unsichtbaren Wurzeln strecken sich langsam aus, und die noch ungefasste Baumform beginnt sich aufzurichten — das Umtopfen ist der stille Aufbruch dieser Reise.
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