Wurzelschnitt der Japanischen Weißkiefer

Wurzelschnitt der Japanischen Weißkiefer

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Wurzelschnitt einer im Freiland gewachsenen Japanischen Weißkiefer — Wichtige Vorbereitung im Jahr vor dem Eintopfen

Der Wurzelschnitt ist eine Maßnahme, bei der ein Jahr vor dem Eintopfen die dicken Wurzeln rund um den Stamm abgeschnitten werden, damit an den Schnittflächen zahlreiche Feinwurzeln entstehen. Wird ein über viele Jahre im Freiland kultivierter Baum direkt in eine Bonsai-Schale umgesetzt, gehen die dicken Wurzeln, die sich weit über die Schale hinaus erstreckt haben, plötzlich verloren — das Anwachsen wird dadurch erheblich erschwert. Durch diesen Arbeitsschritt im Vorjahr stabilisiert sich der Wurzelballen, und die Anwachsrate nach dem Eintopfen im Folgejahr verbessert sich deutlich.

Im Video wird anhand einer Japanischen Weißkiefer, die der Vater von Koji Hiramatsu etwa 50 Jahre lang im Freiland kultiviert hat, der gesamte Ablauf des Wurzelschnitts Ende Februar erläutert. Der Prozess, einen Zustand mit weit ausladenden dicken Wurzeln in einen kompakten Wurzelballen umzugestalten, ist eine typische Vorbereitung, wenn ein Freiland-Baum zum Bonsai wird.

Warum das Schneiden der Wurzeln Feinwurzeln fördert

Dicke Wurzeln dienen als „Transportleitungen”, die Wasser und Nährstoffe über weite Strecken befördern, doch die eigentliche Aufnahme von Wasser und Nährstoffen erfolgt durch die feinen Wurzelspitzen. Wird eine dicke Wurzel gekappt, konzentriert der Baum die Bildung neuer Saugwurzeln in der Nähe der Schnittstelle. Dies ist das Prinzip des Wurzelschnitts; das Ziel ist es, nach einem Jahr beim Ausgraben einen Wurzelballen zu erhalten, in dem sich Feinwurzeln dicht um die Schnittflächen gruppiert haben.

Im Video wird außerdem die Methode der Feinwurzel-Induktion durch Ringelung vorgestellt. Dabei wird lediglich ein Streifen Rinde entfernt, ohne die dicke Wurzel an der Basis zu kappen, um an dieser Stelle Feinwurzeln hervorzurufen. Es handelt sich um eine alternative Methode, die auf der Abmoosungs-Technik basiert; sie wurde diesmal nicht durchgeführt, aber das Wissen darüber erweitert die Möglichkeiten beim Wurzelschnitt.

Die Schärfe der Werkzeuge bestimmt die Qualität der Wurzelbildung

Wird die Schnittfläche gequetscht, sterben Zellen ab, was die Wurzelbildung verzögert oder Fäulnis verursachen kann. Für dicke Wurzeln wird eine Säge, für dünne Wurzeln eine Schere verwendet — einen sauberen Schnitt zu erzielen, ist grundlegend. Scharfe Werkzeuge zu verwenden — dieses einfache Prinzip wirkt sich direkt auf die Ergebnisse ein Jahr später aus.

Auffüllung und Wassermanagement erfordern die gleiche Sorgfalt wie bei Topfpflanzen

Nach dem Wurzelschnitt ist der Bereich, in dem Wasser aufgenommen werden kann, stark eingeschränkt. Die Schnittflächen lückenlos mit Erde zu umschließen fördert die Bildung neuer Wurzeln; Hohlräume lassen die Wurzeln austrocknen und erschweren die Bewurzelung. Zudem wird um den Stamm herum ein Erdwall geformt, damit sich Wasser sammeln kann, und mit Schlauch oder Eimer langsam ins Erdreich eingesickert.

Nach dem Wurzelschnitt ist es selbst bei im Freiland stehenden Bäumen wichtig, das Wassermanagement mit der gleichen Aufmerksamkeit wie bei Topfpflanzen fortzuführen. Bei starker Sommersonne sollte eine Beschattung mit Schattiergewebe in Betracht gezogen werden. Die geeignete Zeit für die Arbeit ist Ende Februar bis Anfang März. Passen Sie den Zeitpunkt je nach Klima des jeweiligen Jahres an.

Der lange Weg vom 50 Jahre im Freiland kultivierten Baum bis zum fertigen Bonsai — der Wurzelschnitt ist der erste Schritt. Bitte schauen Sie sich im Video den tatsächlichen Ablauf und die Entscheidungspunkte an, die Herr Hiramatsu vor Ort erläutert.

Aufgabentyp:
Wurzelvorbereitung
Schwierigkeitsgrad:
Baumart:
Goyomatsu
Jahreszeit:
Frühling, Winter
Dozent:
Hiramatsu Kōji, Sato Toshifumi

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