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Torfige Tonerde wird mit den Händen geknetet, und Japanische Schwarzkiefer, Himmelsbambus sowie Tokiwa-Himegi werden in einer Kugel vereint. Es gilt, das Zentrum zu bestimmen, den Winkel festzulegen und das Thuidium-Moos aufzubringen – Entscheidung für Entscheidung entsteht in den Handflächen eine kleine Landschaft. Auch nach der Fertigstellung lebt der Moosball weiter.
Wenn man der Torfigen Tonerde Wasser hinzufügt, gilt der Grundsatz: wenig auf einmal. Zu viel, und die Klebkraft geht verloren – dann lässt sich die Kugel nicht mehr formen. Also Schritt für Schritt, immer mit einem Blick auf die Konsistenz. Was die Hände spüren, sagt ihnen, was als Nächstes zu tun ist.
Der Moosball braucht keine Schale. Nur Erde und Moos schützen die Wurzeln. Dafür berühren die Hände des Gestalters das Material direkt. Die Kälte der Torfigen Tonerde, die körnige Textur der Roten Körnererde, die Festigkeit der Wurzeln – in den Handflächen entsteht eine Landschaft in Form. Es ist Bonsai und doch nah an Bildhauerei oder Töpferei.
Japanische Schwarzkiefer, Himmelsbambus, Tokiwa-Himegi. Wenn man drei Materialien in einer Kugel vereint, stellt sich zuerst die Frage: Was soll im Mittelpunkt stehen?
Zunächst wird die Japanische Schwarzkiefer eingehüllt, Vorderseite und Winkel werden festgelegt, dann ordnet man das Umfeld. Die Position des Himmelsbambusses wird mit Blick auf die Tiefenwirkung gewählt. Ohne ein klares Zentrum lässt sich auch das Umfeld nicht bestimmen. Das gilt beim Moosball genauso.
Welche Wurzeln bearbeiten, wo den Himmelsbambus platzieren, wie die Beipflanze einfügen – mit jeder Entscheidung wird der nächste Schritt klarer. Die Summe der Urteile verdichtet sich in der Torfigen Tonerde. Ein Neuanfang ist nicht leicht.
Bevor man das Thuidium-Moos aufbringt, formt man die Kugel etwas kleiner als das Ziel. Die Dicke des Mooses wird schon vorher bedacht, und die Hände bewegen sich mit dem Bild des fertigen Werkes vor Augen. Diese Sorgfalt zeigt sich am Ende.
Das Moos wird aufgebracht, mit Baumwollfaden gesichert, auf einen Teller gestellt. Dann betrachtet man das fertige Werk noch einmal von vorne. Man bemerkt, dass die Japanische Schwarzkiefer und der Himmelsbambus auf gleicher Höhe stehen. Der Himmelsbambus wird noch einmal mit dem Formschnitt bearbeitet – erst jetzt entsteht ein Höhenunterschied.
Wenn man das Gefühl hat, es sei fertig, schaut man noch einmal hin. Dieser eine zusätzliche Schritt verändert das Werk. Den Abschluss einmal zurückstellen und neu beobachten – diese Gewohnheit ist vielleicht nicht nur beim Moosball wichtig.
Auch nach der Fertigstellung lebt der Moosball weiter. Wenn die Erde trocken wird, prüft man das Gewicht mit der Hand, gießt, lässt wieder trocknen. Ab dem Tag der Vollendung beginnt eine neue Zeit.
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