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Eine herbstliche Felsbepflanzung, bei der ein Chinesischer Wacholder in Kaskadenform auf einem Ibigawa-Stein begleitet wird. Wie wählt man die Vorderseite des Steins? Wie findet man die richtige Größenbalance zwischen Stein und Baum? Und wie entscheidet man, einen Ast in Jin zu verwandeln? Was gilt es zu sehen und zu beurteilen, damit Stein und Baum einander wirklich zur Geltung bringen?
Der Ibigawa-Stein aus Gifu trägt in seinem Gesicht die Spuren langer Jahre. Er hat Vertiefungen, hat Tiefe. Er ist kein bloßer Sockel – er ist selbst schon eine Landschaft.
Man nimmt den Stein in die Hand, dreht ihn, betrachtet ihn aus verschiedenen Winkeln. Wo öffnet sich der Raum? Woher fällt das Licht? Die Eigenart des Steins zu lesen – das ist der Ausgangspunkt der Felsbepflanzung.
Der Ausdruck «den Baum auf den Stein setzen» reicht wohl nicht aus. Der Charakter des Steins und der Charakter des Baums sollen sich gegenseitig zur Geltung bringen – das ist das Wesen der Felsbepflanzung.
Wenn man die Vorderseite des Chinesischen Wacholders bestimmt, geht es nicht darum, welche Seite besser ist. Aus der Frage «Was möchte ich mit dieser Kombination von Stein und Baum ausdrücken?» ergibt sich rückwärts der Winkel der Kaskadenform. Dominiert der Baum den Stein zu sehr? Tritt der Stein allein zu stark hervor? Das Gleichgewicht zu suchen ist weniger eine Technik – es ist eher das, was man ästhetisches Urteilsvermögen nennen würde.
Die Entscheidung, einen oberen Ast in Jin zu verwandeln, hinterlässt einen stillen Eindruck. Es geht nicht darum, ihn zu entfernen, weil er überflüssig ist. Indem man kompakter wird, entsteht eine Balance mit dem Stein, und das neue Totholz antwortet dem bereits vorhandenen natürlichen Jin – aus dieser Vorstellung heraus ist die Entscheidung geboren.
Etwas wegnehmen bedeutet nicht, etwas zu verlieren. Indem man etwas entfernt, tritt etwas anderes hervor. Dieses Gefühl scheint dem «Weg» des Bonsai zutiefst innewohnend zu sein.
«Eine Naturlandschaft ausdrücken» – dieser Gedanke durchzieht die gesamte Felsbepflanzung. Nicht technische Präzision, sondern das Zurückrufen eines Anblicks, der irgendwo existiert oder einst existiert hat.
So wie die Kaskadenform an einen Baum erinnert, der an einem Steilhang wurzelt, erzeugt eine Anordnung, bei der der Baum leicht hinter dem Stein hervorlugt, Tiefe und Erzählung. Wie Stein und Baum im fertigen Zustand aussehen werden, hat noch niemand gesehen. Ohne fertige Vorstellung, geleitet nur von der Vorstellungskraft, wählt man die Form – vielleicht ist die Felsbepflanzung genau eine solche Reise.
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