Pflege der Chojubai #1 Formschnitt von Geiltrieben und Stockausschlag

Anfänger: Ayumi Schnittpraxis

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Chojubai im Juni: die Zeit, in der kräftig treibende neue Knospen geordnet werden. Vom Rückschnitt der Geiltriebe über das Entfernen des Stockausschlags bis zum Blattschnitt tritt das Astgerüst Schritt für Schritt hervor. Wo geschnitten und was erhalten wird: Aus der Summe dieser Entscheidungen entsteht die Baumform.

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Ayumi / Uma / Fune
Beschneiden ★★ Chojubai Frühling

Wie weit schneidet man zu lang gewordene Triebe zurück?

Ab Juni wächst die Chojubai kräftig. Die neuen Knospen treiben energisch durch, und ehe man sich versieht, verlängern sich die Triebspitzen in unerwartete Richtungen. Das ist zwar ein Zeichen guter Baumkraft, doch wenn man sie gewähren lässt, verliert die Form sehr schnell ihre Ordnung.

Der erste Schritt ist das Ordnen der Geiltriebe. Über die Schnittstelle gibt es kein Zögern: Die Schere von Toshifumi Sato (Toshi) bewegt sich klar auf einen Punkt zu, nämlich „bis zum ursprünglichen Blatt“. Die am Knoten verbleibenden Blätter bleiben unbedingt stehen. Weil klar ist, wohin zurückgeschnitten wird, zögert die Hand nicht. Je kräftiger ein Baum ist, desto leichter gerät seine Form aus dem Gleichgewicht. Mit dieser Voraussetzung arbeitet die Hand.

Warum lässt sich Stockausschlag ohne Zögern entfernen?

Stockausschlag schiebt sich kräftig aus der Stammbasis hervor. Auch wenn er auf den ersten Blick vital wirkt, ist er „ein Ast, den man grundsätzlich nicht verwendet“; deshalb wird er ohne Zögern direkt am Ansatz sauber entfernt. Häufig ist er bereits geschwächt. Mit diesem Blick setzt die Schere ohne Umweg an.

Dass man ohne Zögern schneiden kann, liegt daran, dass die angestrebte Baumform innerlich bereits vorhanden ist. Wenn klar ist, wohin der Baum geführt werden soll, wird auch sichtbar, was diesen Weg stört. Es ist weniger ein ständiges Abwägen, ob „dieser Ast nötig ist“, sondern eher so, dass das Nichtnotwendige sofort ins Auge fällt.

Blätter entfernen, um die Äste zu sehen

Nach dem Ordnen der Geiltriebe und dem Entfernen des Stockausschlags folgt der Blattschnitt. Alle vorhandenen Blätter werden abgenommen, sodass der Astaufbau offen sichtbar wird. Der nächste Arbeitsschritt ist das Drahten; der Blattschnitt hat als Vorbereitung darauf seine klare Bedeutung.

Erst wenn die Blätter entfernt sind, tritt das Astgerüst hervor. Wo ist es stark, wo fein? Wo ist es zu dicht, wo bleibt Raum? Erst sehen, dann entscheiden: Diese Reihenfolge ist ein Grundzug des Denkens, der die gesamte Bonsaiarbeit durchzieht.

In dem Moment, in dem die Äste sichtbar werden, entsteht ein Bild davon, „wie es hier weitergehen soll“. Erst auf dieses Bild hin wird der Draht angelegt. Die Zeit, in der die Blätter entfernt werden, ist nicht verloren. Sie ist die notwendige Pause, damit das Wesentliche sichtbar werden kann.

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0 Responses

  1. Bonjour Maitre Koji Hiramatsu. On peut faire la taille du chojubai jusqu’à quelle date ? Peut on faire une defoliation totale ou tailler toutes les feuilles pour les couper en deux ? Le mettre à l’ombre plein soleil après ? Je vis en france et en ce moment température 38 degrés à l’ombre. Merci pour vos précieux conseils.

    1. Bonjour, et merci pour votre message.
      Sur un chōjubai vigoureux — bien arrosé et bien nourri — le pincement des bourgeons et l’effeuillage (qu’il soit total ou en coupant les feuilles en deux) peuvent se pratiquer de mai jusqu’à septembre environ. Vous avez donc encore le temps.

      Mais ces gestes ne suivent pas une règle fixe : tout se décide en observant la vigueur de l’arbre. Si, sur telle ou telle branche, vous cherchez au contraire à gagner en épaisseur, mieux vaut la laisser pousser. C’est l’arbre lui-même qui vous indiquera le geste juste.

      Quant à l’emplacement, il reste le même que pour les autres essences. Par ces fortes chaleurs — 38 °C à l’ombre, cela n’a rien d’anodin — une mi-ombre bien aérée, où l’air circule, protégera l’arbre d’un soleil trop violent.

      Prenez le temps de regarder votre chōjubai avant chaque coupe. Il vous dira beaucoup.

      1. Merci beaucoup pour votre prompt réponse et éclaircissements.