Pflege der Chojubai #2 Blattschnitt / Schutz und Pflege der Triebspitzen

Anfänger: Ayumi Schnittpraxis

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Anfang Juni geht es bei der Chojubai vom vollständigen Blattschnitt über den Formschnitt bis zum Drahten. Diese Arbeiten bringen Licht und Luft in den Inneren Astbereich, regen Seitenknospen an und fördern nach und nach feine Zweige. Wenn man dem blattlosen Grundgerüst gegenübersteht, wird sichtbar, was zuvor verborgen war.

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Ayumi / Uma / Fune
Beschneiden Entlaubung Grundpflege ★★★ Chojubai Frühling

Was erst sichtbar wird, wenn die Blätter entfernt sind

Anfang Juni werden bei der Chojubai alle Blätter entfernt. Bevor die Schere angesetzt wird, betrachtet der Lehrer zunächst den Baum. Sind Seitenknospen vorhanden? Ist die Laubausdehnung der Äste ausreichend? Vor jeder Technik steht die genaue Zwiesprache mit dem Baum.

Ein vollständiger Blattschnitt belastet den Baum stark. Deshalb steht zuerst die Frage, ob er wirklich vital ist. Diese Arbeit darf nur an einem gesunden Baum ausgeführt werden. An dieser Reihenfolge gibt es nichts zu rütteln.

Solange die Blätter da waren, blieb es verborgen

Vor dem Blattschnitt war bereits einmal Formschnitt durchgeführt worden. Dennoch zeigen sich erst nach dem Entfernen der Blätter Stellen, die zuvor nicht auffielen: „Hier ist es doch noch zu lang.“

Beobachtung ist nicht mit einem einzigen Blick abgeschlossen. Schritt für Schritt zeigt der Baum eine andere Präsenz. Erst wenn nur noch das blattlose Grundgerüst bleibt, lassen sich die Bewegung der Äste und die Bewegungsrichtung des Stammes klar lesen.

Einen starken Ast ohne Zögern entfernen

Ein unnötiger starker Ast wird bis zu einer Stelle mit Knospen zurückgeschnitten. Diese Entscheidung erfolgt ohne Zögern. „Ideal ist ein Baum mit vielen feinen Ästen“ - weil das angestrebte Bild bereits klar ist, wird sichtbar, worauf jetzt verzichtet werden muss. Eine deutliche Umgestaltung entsteht nicht aus einem Impuls, sondern aus Absicht und Entschlossenheit.

Astabsenkung heißt, den Raum zu lesen

Durch Drahten werden aufstrebende Äste nach unten geführt. Das Ziel ist nicht einfach, sie „zu senken“. Es geht darum, Höhenunterschiede zu schaffen und Verdichtung aufzulösen. Während ein einzelner Ast bewegt wird, wird bereits gelesen, wie sich der Raum des gesamten Baumes verändert.

Laubgehölze enthalten wenig Harz und brechen leichter. Deshalb wird Aluminiumdraht gewählt. Die Eigenschaften des Materials zu kennen und die Arbeitsweise daran anzupassen, ist ebenfalls Teil dieser Zwiesprache mit dem Baum.

Zeit lässt den Baum reifen

Die Wirkung des Blattschnitts zeigt sich nicht sofort. Mehr Licht gelangt in den Inneren Astbereich, Seitenknospen werden angeregt, feine Zweige nehmen allmählich zu. Diese Entwicklung braucht Zeit.

„Es dauert ein wenig, aber bitte gestalten Sie ihn in diese Richtung.“ In diesen Worten liegt eine stille Haltung: Vertrauen in die Zeit selbst.

Die blattlose Chojubai mag im Moment etwas karg wirken. Doch dort, wo der innere Bereich geöffnet wurde, hat die nächste Jahreszeit bereits begonnen.

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