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Drahtschneider, Knospenzange, Totholzzange — die grundlegenden Bonsai-Werkzeuge, in die Hand genommen und ausprobiert. Die Klingendicke unterscheidet sich, weil das zu Schneidende verschieden ist. Die gerundete Spitze dient dem Herausschälen. Jedes Werkzeug trägt in seiner Form eine Absicht. Wer diese Absicht zu lesen beginnt, sieht die Arbeit mit anderen Augen.
Es gibt Drahtschneider für dünnen und für dicken Draht. Die Klingendicke unterscheidet sich, und damit auch, was sich damit schneiden lässt. Versucht man mit einer dünnen Klinge einen dicken Draht zu durchtrennen, bricht die Klinge aus. Das Werkzeug ist nicht schlecht — es wird nur falsch eingesetzt.
Die abgerundete Spitze der Knospenzange dient dazu, Material herauszuschälen. Die flache Spitze der Wurzelschere dient dazu, Holz vom Zentrum her zu spalten. Für die Vorbereitung von Totholz an Stamm und Ast gibt es Formen, die den Dialog mit dem Material ermöglichen. Jedes Werkzeug trägt eine Absicht in sich. Wer diese Absicht zu lesen versteht, kann auch vor einem unbekannten Werkzeug selbst urteilen.
Die Totholzzange zum Eindrehen von Draht verwenden — das war bekannt. Doch es gibt auch die Verwendung, bei der man entlang der Holzfasern reißt, um Totholz an Stamm und Ast zu gestalten. Nicht schneiden, sondern reißen. Dieser Unterschied prägt den Ausdruck des entstehenden Totholzes.
Ein Baum, der in der Natur durch Wind und Schnee bricht, hat gerissene Fasern. Wenn man diese Landschaft mit den Händen nachbildet, braucht das Werkzeug nur seine Kraft zur Verfügung zu stellen. Auch dasselbe Werkzeug entfaltet je nach Absicht des Anwenders einen anderen Wirkungskreis.
Als eine Zange aus dem Elektrohandwerk in die Hand genommen wird, spürt man, wie eine stille Annahme sich leise löst — die Vorstellung, dass es unbedingt Bonsai-Werkzeug sein müsse. Diese Zange mit spitzer Schneide und massiver Klinge leistet gute Dienste, ob man dicken Draht schneidet oder Totholz reißt.
Auch die Empfehlung einer federgespannten Schere kommt aus derselben Sichtweise. Wenn die Hand bei langer Arbeit ermüdet, lässt die Qualität der nachfolgenden Entscheidungen nach. Die Hand zu entlasten ist eine Frage des Werkzeugs — und zugleich eine Entscheidung, um die Qualität der Arbeit zu erhalten.
«Probiere einige Arten aus und wähle dann.» — In diesen Worten liegt eine Stille, die bis in die Tiefe reicht. Werkzeug ist ein Mittel. Das Passende für die eigene Hand, die eigene Arbeit, die eigene Absicht — das findet man selbst. Aus diesem Sammeln entsteht, glaube ich, neben der Technik noch etwas anderes: ganz allmählich wächst das, was man einen Blick zum Wählen nennen könnte.
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