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An einem Chinesischen Wacholder im Literatenstil wird die Astpolsteraufteilung angepasst. Wenn die gewachsenen Astspitzen wie ein Block wirken, entstehen durch Trennung und Höhenunterschiede Tiefe und Charakter in den Ästen. Als letzte Anpassung vor einer Ausstellung ist es eine Zeit, sich mit dem Baum auseinanderzusetzen, dessen Baumform durch den Astschwung ausgedrückt wird.
Bevor man die Äste bewegt, betrachtet man den Baum zunächst in Ruhe. «Wo wirkt etwas wie ein einziger Block?» — das mit den eigenen Augen zu erkennen, ist der Beginn der Astpolsteraufteilung. Wenn die gewachsenen Astspitzen zusammengewachsen erscheinen, ist das, was sich als Astpolster trennen sollte, noch nicht getrennt. Diese Erkenntnis ist der erste Schritt.
Die Technik folgt dem Blick. Wenn man nicht erkennt, was wie ein Block wirkt, weiß der Draht nicht, wohin er gehen soll. Was man nicht sieht, lässt sich nicht gestalten.
Alle Astpolster auf die gleiche Höhe zu bringen, ist nicht empfehlenswert. Gerade der wechselnde Höhenunterschied lässt den Betrachter Tiefe und Charakter spüren — der «Charakter des Astes» wohnt in diesen feinen Unterschieden der Anordnung.
Den Rückast leicht anheben. Legt man ihn flach, verliert die Ansicht von vorne an Tiefe und Volumen. Was man nicht sieht, bestimmt den Eindruck dessen, was man sieht. Entstehen innerhalb eines Astes mehrere Astpolster, beginnt der Ast plötzlich zu atmen. Was wie ein Block war, trennt sich, es entstehen Zwischenräume, und darin entsteht eine Landschaft.
Überflüssige Äste, die die Kontur stören, werden abgeschnitten. Indem man entscheidet, was man entfernt, tritt das Verbliebene hervor. Das Gestalten und das Reduzieren weisen in dieselbe Richtung.
Bei gewöhnlichen Baumformen kann die Stärke des Stammes oder die Wurzelausbreitung das Wesen des Baumes ausdrücken. Im Literatenstil jedoch ist der Astschwung selbst der Ausdruck der Baumform. Deshalb bestimmen die Anzahl der Astpolster, ihre Anordnung und jeder einzelne Höhenunterschied unmittelbar die Würde des Baumes.
Vor einer Ausstellung, wenn die Äste gewachsen sind und mehr Volumen zeigen, ist diese Astpolsteraufteilung die letzte Anpassung. Dem Baum begegnen, während man sich vorstellt, wie der Betrachter schaut — wo er den Atem anhält, wo er hingezogen wird. Mit solchen gefühlsmäßigen Fragen in sich die Äste bewegen.
Ob man etwas als schön empfindet — das ist eine Frage, die nur durch beständige Auseinandersetzung an Genauigkeit gewinnt. Die Astpolsteraufteilung ist gleichzeitig eine Arbeit am Baum und eine Zeit, in der man den eigenen Blick schult.
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