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Ein Tag, an dem eine Japanische Mädchenkiefer, die seit der Zeit des Vaters – etwa 70 Jahre lang – gewachsen ist, vom Feld in eine Pflegeschale umgesetzt wird. Eine Ringelung, die vor drei Jahren vorgenommen wurde, hat diesen Tag erst möglich gemacht. Das erstmalige Eintopfen, das Koji Hiramatsu gemeinsam mit zwei Schülern unter Einsatz eines Kettenzugs sorgfältig durchführt, ist kein Ankommen am Ziel – sondern eine Nahtstelle, von der aus der Baum an die nächste Phase weitergegeben wird.
Was sieht Koji Hiramatsu, wenn er den Wurzelballen betrachtet, den er aus der Schale gehoben hat? Bevor er den Zustand der Wurzeln vor sich aufnimmt, scheint er einen Moment innezuhalten – als empfange er zunächst die mehr als 70 Jahre, die diese Japanische Mädchenkiefer durchlebt hat.
Es ist ein Baum, der seit der Zeit seines Vaters auf dem Feld gezogen wurde. Sein Gewicht ist so groß, dass man ihn nur mit einem Kettenzug heben kann. Um einen solchen Baum zu bewegen, bedarf es entsprechender Vorbereitung.
Möglich gemacht hat dieses erstmalige Eintopfen eine Ringelung, die vor drei Jahren vorgenommen wurde. Die starken Bodenwurzeln wurden zurückgeschnitten, und man wartete geduldig darauf, dass sich Feinwurzeln in der Blumenkohlerde entwickelten. Dank dieser Zeit ist der Wurzelballen heute vergleichsweise flach und lässt sich gut handhaben.
Eine Ringelung bedeutet, schon heute den Spielraum für die Zukunft zu schaffen. Sie ist Vorbereitung für diesen Tag – und zugleich ein erster Schritt für das, was danach kommt: die Umpflanzung in die endgültige Bonsai-Schale. Eine einzige Entscheidung kann die Möglichkeiten von Jahren später erweitern oder einengen.
Die Pflegeschale für diesen Anlass ist aus Holz und eine Sonderanfertigung. Eine Keramikschale in der passenden Größe für diesen Wurzelballen gab es nicht von der Stange. Also wurde sie aus Holz gefertigt. Mehr steckt nicht dahinter – und doch spricht aus dieser Entscheidung ein klarer Wille: die Gesundheit der Wurzeln hat Vorrang vor dem äußeren Erscheinungsbild.
Dasselbe gilt für die Zusammensetzung der Pflanzerde. Der Vulkankies aus Kiryu wird als unterste Schicht eingebracht, um die Durchlüftung zu fördern. Bergsand wird mit Roter Körnererde gemischt, um das Gleichgewicht zwischen Wasserabfluss und Feuchtigkeitsspeicherung zu wahren. Die genauen Mengenverhältnisse sind das Ergebnis einer Einschätzung, die die kommenden Jahre dieses Baumes im Blick hat. In der Aufbauphase kommt der Zustand der Wurzeln vor der Ästhetik.
Wenn in der Phase der Pflegeschale die Schauseite bestimmt wird, fällt die Entscheidung bewusst nur «in etwa». Das ist kein Kompromiss. Bei der späteren Umpflanzung in die endgültige Schale wird die Frage nach der Schauseite neu gestellt. Denn dieser Schritt ist nichts weiter als eine Vorbereitung auf jenen Moment.
Die 70 Jahre, die seit dem Vater weitergegeben wurden, werden nun in eine Holzschale überführt und der nächsten Phase übergeben. Kein Abschluss, sondern eine Nahtstelle. Einen Bonsai zu kultivieren bedeutet vielleicht, immer wieder an genau solchen Stellen zu stehen.
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