Laubausdünnung beim Japanischen Ahorn

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Blattauslichten im Mai an einem ausgereiften Japanischen Fächerahorn. Von jedem Blattpaar wird ein Blatt ausgewählt und geschnitten, damit Licht und Luft bis ins Innere gelangen können. Das Ziel ist ein anderes als bei einem Baum in der Gestaltungsphase — ein ausgereifter Baum braucht kein Wachstum, sondern die Bewahrung seiner jetzigen Form.

10:23
Ayumi / Uma / Fune
Blattdünnung Japanischer Fächerahorn Frühling

Was braucht dieser Baum jetzt?

Blattschnitt und Blattauslichten. Die Arbeiten sehen sich ähnlich. Doch die Frage lautet stets: «Was braucht dieser Baum jetzt?» — dort beginnt alles.

Von einem ausgereiften Baum wird keine Wachstumsleistung erwartet, sondern Erhaltung. Ein Baum in der Gestaltungsphase hat das Ziel, mehr Kleinstäste zu entwickeln. Bei einem ausgereiften Baum ist das nicht nötig. Das Ziel ist, die jetzige Form zu bewahren und dabei Licht und Luft bis ins Innere zu lassen — das ist der angestrebte Zustand. Daher kommt der Gedanke nicht «alles schneiden», sondern «auslichten». Wenn sich der Zweck ändert, ändert sich die Bedeutung der Arbeit.

Von zwei Blättern nur eines

Die Blätter des Japanischen Fächerahorns bilden je ein Paar aus zwei Blättern als Einheit. Von diesem Paar wird nur ein Blatt geschnitten. Ein einfacher Eingriff — und doch lichtet sich dadurch das dicht gefügte Gesamtbild spürbar auf.

Bei zwei Stielen wird die Schnittrichtung vorne und hinten variiert. So wird beim Betrachten von vorne darauf geachtet, dass links und rechts je ein Blatt verbleibt. Das ist keine Abfolge von Schritten, sondern ein Urteil, das vom gewünschten Ergebnis her rückwärts gedacht wird. Weil man sich zuerst vorstellt, wie der Zustand aussehen soll, ergibt sich, wo geschnitten wird. Diese Struktur zieht sich durch die gesamte Arbeit.

Außen auslichten, damit das Innere erreicht wird

Die Arbeit beschränkt sich auf die Außenseite. An den inneren Ästen wird nicht eingegriffen. Lichtet man außen aus, gelangt das Licht von selbst bis ins Innere — das genügt.

Dort einwirken, wo es nötig ist, und nur so viel wie nötig. Die Zurückhaltung, nicht zu viel einzugreifen, zieht sich als grundlegende Haltung bei der Pflege ausgereifter Bäume still durch die gesamte Arbeit. Auch das Nichtstun ist eine Entscheidung.

Den Baum immer wieder befragen

Wie verändert sich der Feuchtigkeitszustand nach der Arbeit? Weil weniger Blätter vorhanden sind, kann das Austrocknen schneller vonstatten gehen. In der Zeit des Neuaustriebs kann sich die Wasseraufnahme verändern. Die Situation ist nicht einheitlich und lässt sich nicht nach einem festen Schema messen. Das Entscheidende ist die Gewohnheit des Beobachtens.

Die Antwort liegt im Baum. Deshalb wird das Beobachten des Baumes zur eigentlichen Aufgabe.

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