Der Weg zur Kokufu-ten #6 Ende: Präsentation des fertigen Werks

Meister: Fune Weg zur Ausstellung

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Zur 100. Kokufu-Ausstellung — mit zwei anvertrauten Bonsai. Vor der Präsentation im Tokyo Metropolitan Art Museum vollzieht Koji Hiramatsu Umtopfen und Moosauflage. Den Baum eines anderen Menschen auf die bedeutendste Bühne zu führen — wir sind still dabei, in dieser Zeit der Vorbereitung.

Fune
Ausstellung Shimpaku Ganzjährig

Zur hundertsten Kokufu-Ausstellung — mit den Bäumen anderer Menschen

Die 100. Kokufu-Ausstellung. Zu diesem besonderen Anlass bringt Koji Hiramatsu nicht nur seine eigenen Werke. Er trägt auch zwei Bonsai, die ihm anvertraut wurden, in die bedeutendste Ausstellung des Landes. Das Gewicht dieser Verantwortung lässt sich kaum in Worte fassen — es zeigt sich, noch bevor man darüber spricht, in den Bewegungen der Hände beim Vorbereiten.

Was bedeutet es, den Baum eines anderen Menschen zu hüten und ihn auszustellen? Es geht nicht um Technik. Es geht darum zu spüren, welche Zeit dieser Baum durchlebt hat, welche Gedanken sein Besitzer in ihm trägt. Erst wenn man das wirklich nachempfindet, beginnt die Arbeit des «Vollendeten». Dass man sich etwas anvertrauen lässt, bedeutet zugleich, dieses Vertrauen zu tragen.

Die Wahl der Ausstellungsschale

Zur Vorbereitung einer Ausstellung gehört das Umtopfen. Von der Kulturschale des Alltags in die Ausstellungsschale. Allein diese Entscheidung verändert, wie ein Baum wirkt, von Grund auf.

Was soll zum Vorschein kommen? Wo liegt die Vorderseite? Farbe, Tiefe, die Form des Schalenrandes — Frage für Frage wird beantwortet, während die Hände sich bewegen. Eine einzig richtige Antwort gibt es nicht. Und doch: Wer dabei nicht zögert, hat wohl über lange Zeit eine eigene Antwort in sich heranwachsen lassen.

Moosauflage — die Stille vollenden

Zur Ausstellungsvorbereitung gehört auch die Moosauflage. Moos ist kein Schmuck. Es geht darum, den «Boden» zu bereiten, auf dem der Baum steht. Wenn die Erde nicht mehr zu sehen ist und ein grüner Sockel entsteht, verändert sich die Präsenz des Baumes spürbar. Im Innern der Schale entsteht eine kleine Landschaft.

Sobald der Baum in den Ausstellungsraum gebracht wurde, kann nichts mehr verändert werden. Deshalb geschieht die letzte Vorbereitung in stiller Konzentration. Nicht was man noch hinzufügen könnte, sondern die Zeit, bis man urteilen kann: es braucht nichts mehr — diese Fähigkeit reift über lange Jahre der Übung.

Hundert Male — was sich angesammelt hat

Dass die Kokufu-Ausstellung zum hundertsten Mal stattfindet, bedeutet: Fast ein Jahrhundert lang haben Menschen ihre Bonsai zu dieser Bühne gebracht. So viel Zeit, so viele Bäume, so viele Gedanken haben sich an diesem Ort angesammelt — und auch in diesem Jahr stehen wieder Bäume beisammen.

Ein Baum kann nicht von selbst auf der Bühne erscheinen. Ein Mensch muss ihn bringen. Und jetzt bringt Koji Hiramatsu die Bäume, die ihm anvertraut wurden. Was es bedeutet, in dieser Kette zu stehen — solche Gedanken kommen einem ganz beiläufig, während man den vorbereitenden Händen zusieht.

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