Raffia wickeln

Anfänger: Ayumi Stammbiegung / Astabsenkung

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Wenn man einem starken Ast Kraft aufbringt, wird der Baum unweigerlich irgendwo brechen wollen. Raffiabast zu wickeln bedeutet, diese Bruchstellen vorauszulesen und zu schützen. Sato Toshibumi geht an einem echten Ast Schritt für Schritt vor — von der Wahl des Ankerpunkts über die Wickelrichtung bis hin zur Überlappung.

Ayumi / Uma / Fune
Grundpflege Stammbiegung Ganzjährig

Die Bruchstelle im Voraus denken

Bevor man einen Ast biegt, wickelt man Raffiabast. Auf die Frage nach dem Grund lässt sich sagen: «zum Schutz». Doch das allein ist nicht alles.

Wenn man einem starken Ast Kraft aufbringt, wird der Baum unweigerlich irgendwo brechen wollen. Biegt man ihn nach vorne, reißt die Rückseite; biegt man ihn nach rechts, die linke Seite — der Baum trägt die Stelle, an der er brechen soll, bereits in sich. Raffiabast zu wickeln bedeutet, diese «vorbestimmten Bruchpunkte» vorauszulesen und zu schützen. Noch bevor man die Handgriffe beherrscht, braucht man den Blick, der den Fluss der Kraft im Raum liest.

Einen Haltepunkt schaffen

Wie sorgfältig man auch wickelt — ohne festen Ankerpunkt bleibt Raffiabast bloß ein Stück Stoff. Einen Schraubanker ins Totholz (Shari) setzen — erst wenn man entschieden hat, wo der Ausgangspunkt liegt, wird das Wickeln zum echten Schutz.

Arbeitsschritte erkennen, die nichts bewirken, und stattdessen das Verfahren wählen, das sicher wirkt — diese Folge von Urteilen hebt die Technik zur Gestaltung.

Alles in die erste Runde legen

Am Ansatz, an der Basis des Astes, konzentriert sich die Kraft am stärksten. Die erste Wicklung ist die wichtigste — das ist keine Frage der Reihenfolge, sondern der inneren Haltung. Den einen Punkt bestimmen, an dem Kraft nötig ist, und dort beginnen. Diese Haltung bleibt gleich — beim Drahten, beim Formschnitt, überall.

Nicht zu kurz aufhören. Lang bis zur Spitze, ohne Lücke. Die Dichte des Raffiabasts ist unmittelbar die Stärke des Schutzes.

Die Arbeit in Worte fassen

Der Astansatz, der Bereich zwischen den Zwillingsstämmen, die Oberseite jedes einzelnen Astes — indem man die gefährdeten Stellen vor dem Wickeln erst in Gedanken mit Worten durchgeht, wird die Hand sicher. Vor der Arbeit steht das Urteil, vor dem Urteil die Vorstellung.

Die Gewohnheit, das eigene Urteil zu ordnen und in Worte zu fassen, die man weitergeben kann. Erst wenn das unsichtbare Urteil in Sprache wird, lässt es sich an den Nächsten weitergeben.

Einen starken Ast biegen und den Baum schützen. Je nachdem, was man zuerst denkt, verändert sich die Bewegung der Hand.

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