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Vier Erdsorten für Bonsai — Bergsand, Rote Körnererde, Vulkankies aus Kiryu und Bambuskohle. Ihre jeweiligen Eigenschaften und die Mischungsverhältnisse für Nadelgehölze und Laubgehölze werden Schritt für Schritt am echten Material nachvollzogen. Die Wahl der Erde ist die Gestaltung eines Lebensraums für die Wurzeln.
Beim Umtopfen stellt sich zuerst die Frage: «Welche Erde verwende ich?» Doch einen Schritt davor beginnt die eigentliche Frage. Was leistet die Erde für die Wurzeln? — Wer dort nicht ansetzt, lernt Mischungsverhältnisse nur auswendig, ohne sie wirklich zu verstehen.
Vier Erdsorten kommen zum Einsatz: Bergsand, Rote Körnererde, Vulkankies aus Kiryu und Bambuskohle. Bergsand entwässert außergewöhnlich gut, Rote Körnererde speichert Wasser besonders stark. Vulkankies aus Kiryu liegt dazwischen, und Bambuskohle ergänzt die Mischung als Unterstützung für Entwässerung und Keimhemmung. Jede Sorte hat eine klar definierte Aufgabe, und je nach Mischungsverhältnis verändert sich die Art, wie die Wurzeln wachsen.
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Form des Bergsandes. Runde Körner lassen die Wurzel einfach entlangwachsen. Trifft sie jedoch auf ein kantiges Korn, ändert sie ihre Richtung — sie verzweigt sich.
Der kleine Widerstand im Erdinneren fördert die Dichte der Feinwurzeln. Die absolute Menge an Wurzeln ist das Fundament der Gesundheit eines Bonsai — deshalb richtet sich der Blick auf die Form der Erdkörner. Was sich im Verborgenen aufbaut, entscheidet über die Gestalt des Baumes.
Für Nadelgehölze: sechs Teile Bergsand, vier Teile Rote Körnererde, eine kleine Menge Bambuskohle. Für Laubgehölze: sieben Teile Rote Körnererde, etwa drei Teile Vulkankies aus Kiryu. Beide Mischungen enthalten Bambuskohle — und unterscheiden sich dennoch erheblich.
Der Grund liegt im Zyklus des Umtopfens. Nadelgehölze werden nur alle paar Jahre umgetopft. Damit die Wurzeln über diese lange Zeit gesund bleiben, ist gute Entwässerung unerlässlich. Wenn die Erde trocknet, suchen die Wurzeln nach Wasser und wachsen — das ist kein Risiko des Absterbens, sondern ein Wachstumsreiz. Laubgehölze werden im besten Fall jedes zweite Jahr umgetopft. Da der nächste Eingriff nicht lange auf sich warten lässt, ist es sinnvoller, die Wurzeln mit einer wasserhaltigeren Mischung zu unterstützen.
Die Mischung ist ein Entwurf, der dem Zeitmaßstab des Baumes entspricht. Welche Wahl die richtige ist, zeigt einem der Baum selbst.
Bevor man die Frage beantwortet «Welche Erde nehme ich?», sollte man sich vorstellen: «Wie wird dieser Baum von nun an wachsen?» Das Gespräch über die Pflanzerde führt immer zur Zukunft des Baumes.
Die Wurzeln sind unsichtbar. Doch in gut aufbereiteter Erde sind sie verlässlich in Bewegung. Diese Bewegung zu vertrauen und auf die nächste Jahreszeit zu warten — vielleicht ist das das Wesen des Umtopfens.
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