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Für die Kokufu-Ausstellung im Februar des nächsten Jahres wird der Chinesische Wacholder gedrahtet und gestaltet. Im Mai, mitten in der Wachstumsphase, werden die Äste behutsam mit feinem Kupferdraht ausgerichtet, ohne dass sie reißen — eine «Vorbereitung», die das herbstliche Wachstum und die letzte Feinabstimmung kurz vor der Ausstellung bereits im Blick hat.
Während wir Drahten, blicken wir nicht nur auf die heutige Gestalt des Baumes. Das Gewicht der im Herbst erstarkte Kleinstäste, die Silhouette des Chinesischen Wacholders, der nach dem Winter auf den Präsentationstisch kommt — all das, was noch nicht da ist, fließt in die heutigen Entscheidungen ein.
Die Gestaltung für die Kokufu-Ausstellung beginnt eigentlich zwei bis drei Jahre im Voraus. Diesmal liegen die Dinge anders. Innerhalb dieser Grenzen arbeiten wir sorgfältig an dem, was möglich ist. Das zieht sich ruhig durch die gesamte Arbeit.
Wenn wir den Ersten Ast ausrichten, positionieren wir ihn etwas tiefer als die endgültige Form. Denn im Laufe des Herbstes hebt sich der Ast von Natur aus — diese Bewegung lesen wir und wählen deshalb den Winkel von heute.
In der Wachstumsphase ist der Ast voller Wasserdruck; versucht man, ihn mit starkem Draht auf einmal zu bewegen, reißt er. Deshalb verwenden wir feinen Kupferdraht und führen ihn schrittweise, behutsam. Zwischen dem Drang zur Eile und der Rücksicht auf den Baum spiegelt schon die Wahl des Werkzeugs, wie wir uns zum Baum verhalten.
Dass der Draht nur bis zur Mitte des Astes reicht, hat ebenfalls seinen Grund. Die Spitzentriebe bleiben frei, damit ihre natürliche Aufwärtskraft wirken kann. Nicht vollständig fixieren, sondern Raum für Bewegung lassen — die Grenze zwischen Steuerung und Freiheit wird gemeinsam mit dem Baum ausgehandelt.
Der zum Ziehen verwendete Draht wird vor der Ausstellung wieder entfernt. Er ist eine vorläufige Fixierung, keine Vollendung. Wenn man erkennt, dass die heutige Arbeit eine «Vorbereitung» für den Februar ist, erschließt sich die Bedeutung dieser Sorgfalt.
Die feinen Kleinstäste lassen wir diesmal absichtlich stehen. Würde man jetzt schneiden, wäre der Baum vor Augen ordentlich. Doch zum Herbst hin könnten sie sich nicht zu kräftigen Ästen entwickeln.
Wir warten auf das Wachstum und überlassen die Feinabstimmung dem frühen Herbst. Die Fülle zur Ausstellungszeit vertieft sich nur durch Warten. Je mehr man die Vollendung eilt, desto weiter entfernt man sich von ihr.
Der Chinesische Wacholder wächst auch in diesem Augenblick. Wie wir dieses Wachstum lesen, wo wir Spielraum lassen, was wir heute entscheiden — mit drei Zeitebenen gleichzeitig die Hände zu bewegen: In der Gestaltung für die Ausstellung überlagern sich genau solche Fragen, still und leise.
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