Der Weg zur Kokufu-ten #4 Formgebung der Kopfäste eines Shimpaku

Meister: Fune Weg zur Ausstellung

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Ein Chinesischer Wacholder, der für eine Ausstellung vorbereitet wird. Die Baumspitze wird zurückgehalten, jeder einzelne Ast wird gedrahtet – so entsteht nach und nach eine großzügige Kuppelform. Welche Äste heute bleiben, welche später gehen – in jeder einzelnen dieser Entscheidungen spiegelt sich der Blick auf diesen Baum entlang einer langen Zeitachse.

Fune
Drahten Form Shimpaku Frühling Herbst

Äste, die bleiben – und Äste, die gehen

Da ist ein Ast, der nach vorne herauswächst. Eigentlich müsste er entfernt werden, weil er die Baumform stört. Doch diesmal wurde er belassen. «Er kommt für die Ausstellung zum Einsatz – später wird er entfernt» – in diesem einen Satz steckt die Fähigkeit, das Heute im Rahmen einer langen Zeitachse zu sehen.

Die Entscheidung von heute legt die Zukunft dieses Baumes nicht fest. Dem Moment der Ausstellung gerecht werden und dabei den Weg zur idealen Form offen halten – diese Haltung zeigt sich im Umgang mit einem einzigen Ast.

Eine große Baumkrone gestalten

Wenn man die Baumkrone klein und kompakt hält, wirkt der Baum «jung», heißt es. Ein Chinesischer Wacholder, der für eine Ausstellung vorbereitet wird, braucht das Gewicht der vergangenen Zeit. Eine großzügige, gewölbte Kuppelform – das ist keine bloß technische Entscheidung, sondern die Antwort auf die Frage: Was soll ausgedrückt werden?

Zuerst wird die vordere Konturlinie festgelegt, von dort aus schafft der Rückast die Tiefe. Diese Reihenfolge setzt voraus, dass die vollendete Form schon im Kopf existiert, bevor die Hände zu arbeiten beginnen.

Ein Ast, der das Totholz zur Geltung bringt

Wenn der Rückast nach hinten geführt wird, entsteht Raum zwischen den Totholzpartien, die sich von vorne überlagert hatten. Indem der Ast Platz macht, tritt die Wirkung des Totholzes deutlicher hervor.

Nicht alles zeigen wollen. Wenn etwas zurückweicht, tritt etwas anderes in den Vordergrund.

Dem trockenen Totholz Feuchtigkeit geben

Totholz ist abgestorbenes Holz. Wer es im trockenen Zustand biegen will, riskiert, dass es bricht. Erst wenn man es mit einem feuchten Tuch gründlich befeuchtet, lässt es sich formen.

Wer es eilig hat, verliert etwas. Auch das Warten gehört zur Arbeit.

Heute – ein Punkt auf einer Reise

Die Baumkrone, die heute geformt wurde, ist nur ein Schritt auf dem Weg, den dieser Baum noch vor sich hat. Vor dem Einschnitt einer Ausstellung geht die Reise dieses Baumes weiter.

Auf einer Reise ohne Ende – wie setzt man den nächsten Schritt? Sich dieser Frage immer wieder zu stellen, ist vielleicht das, was die Bonsai-Reise ausmacht.

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0 Responses

    1. Yes! It is not yet certain if it can be exhibited due to judging, but Koji is working on this juniper, planning to exhibit it next year.