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Gemeinsam mit Koji Hiramatsu werfen wir einen Blick auf die Werkzeuge für Astbiegung und Stammbiegung — vom hundert Jahre alten Werkzeug des Urgroßvaters über handelsübliche Wagenhebertypen bis hin zum Armierungseisen von der Baustelle. Nicht nur ausgefeilte Spezialwerkzeuge sind Werkzeuge. Der Gedanke, das Vorhandene zu nutzen, macht den Umgang mit dem Ast um einiges freier.
Auf dem Arbeitstisch liegen Werkzeuge für die Astbiegung, die vom Urgroßvater weitergegeben wurden. Was hundert Jahre überdauert hat, lebt noch heute in diesen Händen.
Hakenförmige Werkzeuge, mit abgewinkelter Spitze. Zwei Arten — für starke Äste und für mittlere. Dass die Formen verschieden sind, liegt daran, dass jede Form auf bestimmte Äste geantwortet hat. Diese Gestalt entstand am Ende von jemandes Versuch und Irrtum. Mit jedem Gebrauch speichert das Werkzeug ein wenig mehr von der Erinnerung der Hand. Und irgendwann wird es zur Verlängerung der nächsten Hand.
Es gibt viele Werkzeuge für die Stammbiegung. Der einschraubbare Wagenheber ist dafür da, den Winkel Schritt für Schritt zu verändern. Manche Typen, bei denen man einen Ast einsetzt und Kraft aufbringt, und andere, die eigens für die Stammbiegung entworfen wurden. Man wählt das Werkzeug nach Stärke und Zustand des Astes.
Doch darunter befindet sich auch ein Armierungseisen — ganz gewöhnliches Material, wie man es auf Baustellen verwendet. Es muss kein eigens angefertigtes Spezialstück sein, solange es zwischen Ast und Hand vermitteln kann — das Vorhandene nutzen: Diese Denkweise macht die Werkzeugwahl um einiges freier. Nicht nur ausgefeilte Spezialwerkzeuge sind Werkzeuge. Das scheinbar «Gewöhnliche» in der nächsten Umgebung kann durch einen kleinen Einfall zum besten Stück werden.
Das hundert Jahre alte Werkzeug noch immer zu verwenden ist nicht bloß eine Geschichte davon, Altes zu schätzen. Welchen Ästen der Urgroßvater begegnete und wie er Kraft einsetzte — die Spuren dieser Erfahrung wohnen in der Form des Werkzeugs. Auch wenn die Hand wechselt, wird die Erinnerung weitergereicht.
Technik lerne man mit dem Körper, heißt es oft. Doch vielleicht trägt auch das Werkzeug Erinnerung, genauso wie der Körper. Ein eingespieltes Werkzeug hat das Gewicht der Zeit. Wenn man dieses Gewicht in der Handfläche spürt und sich einem Ast zuwendet, hat man das Gefühl, dass die Arbeit der Vorfahren ein kleines Stück in einen selbst hineinfließt.
Weitergeben bedeutet vielleicht nicht Bewahren. Erst indem man weiternutzt, wird es weitergegeben. Die Werkzeuge beweisen das, still und beständig.
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