Anmelden oder Registrieren, um die Aufnahmen zu erleben.
Die Altlaubentfernung bei der Japanischen Schwarzkiefer sieht nach Reinigungsarbeit aus, zieht jedoch Lebenskraft zu den schwachen Knospen im Futokoro hin. Sie widersetzt sich still dem Instinkt der Apikaldominanz, begrenzt die Triebspitzen und bringt Licht und Luft zum Astansatz. Die Summe dieser Entscheidungen bestimmt die Baumform einige Jahre später. Bis Mitte März ist es eine Arbeit, der man sich mit aufmerksamem Blick auf den Baum widmen sollte.
Die Japanische Schwarzkiefer wächst, wenn man sie sich selbst überlässt, immer weiter nach außen. Die Triebspitzen werden kräftig, während das Licht den Astansatz (Futokoro) nicht mehr erreicht. Das ist der Instinkt der Pflanze – eine Eigenschaft, die Apikaldominanz genannt wird. Der Bonsai muss diesen Instinkt still, aber beständig zurückhalten.
Die Altlaubentfernung steht dabei an vorderster Front. Sie sieht aus wie eine Reinigungsarbeit, ist aber in Wirklichkeit eine Arbeit, die Lebenskraft in das Innere des Baumes zieht.
Von drei Knospen an einer Stelle wird die stärkste, die mittlere, herausgeschnitten. Die verbleibenden Knospen werden auf fünf Blätter (fünf Paare) gebracht. Das alte Laub am Astansatz wird entfernt, um Licht und Luft in den Futokoro zu bringen. Kleine, schwache Knospen im Inneren werden auch dann sorgfältig erhalten, wenn sie kaum Kraft zeigen.
Verfolgt man nur die Abfolge der Schritte, wirkt das Ganze einfach. Hinter jedem einzelnen Schritt steckt jedoch die Entscheidung, wie die Gesamtkraft des Baumes ausgeglichen werden soll. Die Baumkrone (obere Äste) wächst besonders kräftig und muss daher manchmal auf drei oder zwei Blätter weiter reduziert werden. Es gibt den Anhaltspunkt «Grundlage sind fünf Blätter», und doch erfordert der Blick auf den Baum bisweilen die Entscheidung, davon abzuweichen – in diesem Schwingen zwischen Regel und Ausnahme wächst die Beobachtungsgabe langsam heran.
Wie weit zurückgeschnitten werden kann, entscheidet der aktuelle Zustand des Futokoro. Schwache Kleintriebe dürfen nicht übersehen werden; sie müssen sorgfältig am Leben erhalten werden. Diese Anstrengung über die Jahre hinweg bestimmt, ob die Baumform auch in einigen Jahren noch kompakt gehalten werden kann.
Wenn eine schwache Knospe im Inneren still vor sich hin atmet, ist es die Entscheidung dieses Augenblicks, ob man sie erhält oder übersieht. Die Pflege von Bonsai bedeutet immer, die Zukunft in den eigenen Händen zu kultivieren.
«Die Grundlage sind fünf Blätter» – und gleich danach: «je nach Baumkraft anpassen». In diesem Nebeneinander liegt der Kern dieser Arbeit.
Am Ende bleibt nur, den Baum vor einem aufmerksam zu betrachten und selbst zu entscheiden. Was ist stark, was ist schwach? Wo wird reduziert, wo wird geschützt?
Nicht Antworten, sondern Fragen werden weitergegeben – die Unterweisung im Bonsai hat immer diese Tiefe.
Die Reise „Meister: Fune“ beginnt mit der Registrierung.
Die Reise beginnen
Fügen Sie die kopierte Adresse in eine E-Mail oder Nachrichten-App ein und teilen Sie BONSAI JOURNEY mit Freunden.