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Die Astabsenkung der Japanischen Schwarzkiefer mit Eisenstäben – von der Wahl des Hebelpunkts bis zur Einschätzung des Moments, in dem ein Riss entsteht: alles ist ein behutsames Abwägen von Entscheidungen. Je nachdem, wo die Kraft ansetzt, verändert sich der Ausdruck des Astes völlig. Wie geschmeidig ein Baum antwortet, der zwanzig Jahre in der Schale verbracht hat.
Die Astabsenkung mit Eisenstäben ist keine Arbeit, die sich allein durch das Werkzeug erledigt. Wo man den Hebelpunkt setzt und wo man die Kraft ansetzt – diese eine Entscheidung bestimmt, ob der Ast eine geschmeidige Kurve beschreibt oder eine unnatürliche U-Form annimmt.
Am Astansatz absenken, an der Astspitze anheben – dieser eine Grundsatz legt fest, wo das Schutzrohr angesetzt und von welcher Seite der Eisenstab eingeführt wird. Das Werkzeug mag vielfältig sein, der gedankliche Leitfaden ist einer.
Während man den Ast nach unten biegt, hört man irgendwann ein Knarren, und ein feiner Riss entsteht. Wer das zum ersten Mal erlebt, wird vielleicht innehalten. Aber es ist kein Zeichen für einen Bruch. Der Ast selbst zeigt an, wann der Eisenstab zur Astspitze hin versetzt werden soll.
Die gerissene Stelle mit Wundverschlussmittel versiegeln, den Eisenstab zur Astspitze versetzen und schrittweise weiterarbeiten. Den Zustand mit Gehör und Augen lesen und den nächsten Schritt einleiten. Diese Arbeit verlangt beides zugleich: den Mut, furchtlos weiterzumachen, und die Feinfühligkeit, den Moment kurz vor dem Brechen zu erkennen.
«Ein Baum, der fast zwanzig Jahre in der Schale herangewachsen ist, lässt sich leicht biegen» – ein über lange Zeit kultivierter Baum schenkt der späteren Arbeit eine große Freiheit. Dass man nicht versucht hat, die Form zu überstürzen, und die Beständigkeit dieser Haltung – das ist es, was die heutige Bewegung erst möglich macht.
Sensei zögert weder beim Einschlagen eines Nagels noch beim Entstehen eines Risses. «Eine Verletzung dieses Ausmaßes ist verglichen mit dem, was die Natur bereithält, überhaupt kein Problem» – statt vor kleinen Wunden zurückzuschrecken, hat die Baumform als das Wesentliche Vorrang. Diese Entschlossenheit, glaube ich, kommt ruhig zum Vorschein, weil man weiß, was zwanzig Jahre bedeuten.
Mit Mut absenken. Und den Moment kurz vor dem Brechen erspüren. Im Zusammenspiel dieser beiden liegt der Kern der Kunst.
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