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Ein männlicher Sugi unter den Chinesischen Wacholdern bildet Pollen und lässt seine Triebspitzen nur schwer erstarken. Dieser Herausforderung begegnet man mit der Ansaugveredelung: Ein lebender Sämling des weiblichen Sugi wird an den Stamm gebunden. Die Kambiumschichten werden aufeinandergelegt, mit Tape eingewickelt — und dann wartet man bis zum nächsten Frühjahr. Eine Arbeit, die den zukünftigen Baum vor Augen hat, während sie im Jetzt eingreift.
An den Astspitzen haftet Blütenstaub. Allein das lässt die Aufgabe dieses Baumes erkennen. Unter den Chinesischen Wacholdern gibt es männliche Sugi, die Pollen bilden, und weibliche Sugi, die Früchte tragen. Beim männlichen Sugi fällt es den Triebspitzen nach dem Pollenfall schwer, sich zu kräftigen — selbst wenn der Stammverlauf Zukunftspotenzial birgt, bleibt das Ast- und Blattwerk dahinter zurück.
Das Unbehagen wahrzunehmen und in Worte zu fassen — das ist der Einstieg in den nächsten Schritt. Mit der Ansaugveredelung wird ein Sämling des weiblichen Sugi an den Stamm gebunden. Nicht einfach den gegenwärtigen Zustand hinnehmen, sondern mit dem Blick auf die künftige Gestalt heute eingreifen — diese Entscheidung ist der Beginn der Arbeit.
Bei der Veredelung unterscheidet man zwischen Spaltveredelung und Ansaugveredelung. Bei der Spaltveredelung wird das abgeschnittene Edelreis eingesetzt. Bei der Ansaugveredelung hingegen wird der lebende Sämling als Ganzes mit dem Stamm verbunden.
Während er wächst, verbindet er sich. Die Lebenskraft des Sämlings fließt unmittelbar in den Baum hinein. Die Ansaugveredelung wächst schneller als die Spaltveredelung — doch das ist nicht bloß eine Frage der Effizienz. Im Gedanken des Verbindens statt des Trennens steckt die Haltung, die Kraft des Baumes nicht zu nehmen, sondern zu nutzen. Nicht ergänzen, was fehlt — sondern das Vorhandene vollständig entfalten.
Schält man den Querschnitt des Edelreises Schicht für Schicht ab, tritt eine grünlich-weiße Lage zum Vorschein. Die Lebensader — jene dünne Schicht, die man Kambium nennt — ist der Schlüssel zum Anwachsen.
Schabt man zu tief, gelangt man ins Kernholz. Schabt man zu wenig, berühren sich die Teile nur, ohne sich zu verbinden. Erst wenn die Kambiumschichten exakt aufeinanderliegen, beginnt das eigentliche «Verbinden». Markierung, Kerben, Anpassen des Edelreises, Einwickeln mit Tape — im Mittelpunkt jedes einzelnen Schritts steht stets dieser eine Punkt. Die Hand, die das Werkzeug führt, strebt genau dorthin.
Sobald die Verbindung mit Tape umwickelt und die Lücken mit Kitt verschlossen sind, wird sie bis zum nächsten Frühjahr nicht mehr kontrolliert. Der Wunsch, «sehen zu wollen, ob das Anwachsen geklappt hat», ist natürlich. Doch man wählt das Warten.
Auch hastiges Nachschauen bringt keine verlässliche Antwort. Der Zustand, in dem das Kambium sauber um die Veredelungsstelle herangewachsen ist — diese Veränderung zeigt sich nur im Verlauf eines ganzen Jahres. Die Möglichkeit offenzuhalten, noch ein weiteres Jahr zu warten, macht das Urteil sicherer.
Warten bedeutet nicht, nachlässig zu sein. Es bedeutet, dem Baum Zeit zu schenken.
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