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Die Schauseite des Shimpaku wird nach Vollendung des Jin neu hinterfragt. Als die Bewegung des Stammes auf der ursprünglich als „Rückseite" betrachteten Fläche auffiel, wurde die Schauseite geändert. Mit Blick auf die bevorstehende Gafu-ten-Ausstellung werden Äste, die eigentlich entfernt werden sollten, zugunsten des Volumens belassen, und die Form der Etagen wird mit Draht gestaltet.
Das Jin ist vollendet, der Schwefelkalk aufgetragen. Nun halte ich inne und betrachte den Baum aus der Ferne.
Die Seite, die ich vor Beginn als „Schauseite“ festgelegt hatte. Doch als das Jin fertig war, hatte sich das Bild verändert. In dem Moment, als ich die ursprüngliche „Rückseite“ nach vorne neigte, trat die Bewegung des Stamms deutlich hervor. Die Schauseite legt man nicht selbst fest – sie ist das, was der Baum einem zeigt – und so offenbarte mir dieser Shinpaku sein wahres Gesicht.
Das Drahten beginnt. Die erste Windung — mit Gewissheit.
Wenn die erste Windung locker sitzt, bewegt sich der Ast nicht an die gewünschte Stelle, egal wie sorgfältig man danach wickelt. Deshalb ist der erste Griff entscheidend. Bei feinen Zweigen hingegen gilt: „Sanft, ganz sanft." Wickelt man zu fest, stirbt der Zweig durch Verdrehung ab. Dieses Feingefühl lässt sich mit Worten nicht vollständig erklären. Man kann nur weiter drahten, bis die Hände es von selbst begreifen.
Äste unterhalb des ersten Astes entfernen — das ist die Grundregel beim Drahten. Doch diesmal steht die Gafu-ten-Ausstellung bevor. Dieser Baum braucht Volumen. Deshalb habe ich diesen Ast bewusst belassen.
Die Bedingung der Ausstellung hat diese Entscheidung bestärkt. Gerade weil man die Grundlagen kennt, erkennt man, was dieser Baum jetzt braucht.
Der Shimpaku ist ein Baum von solcher Freiheit, dass ein einziger Ast die gesamte Gestalt formen kann. Inmitten dieser Freiheit stellt sich die Frage, wie klar man die Etagen — die Schichten der Äste — zeigen kann. Erst den vorderen Linienverlauf festlegen, dann die hinteren Äste einsetzen und den Raum füllen. Wenn sich die kuppelförmige Silhouette formt, wird der Baum zum ersten Mal „dreidimensional".
Während man die Schauseite gestaltet, stets die Rückseite und die Flanken im Bewusstsein halten. Die unsichtbaren Winkel tragen die Schönheit der Schauseite.
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