Gießen nach dem Umtopfen

Meister: Fune Umtopfen: Grundlagen

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Unmittelbar nach dem Umtopfen wartet noch eine letzte Aufgabe. Den Wasserdruck so schwach wie möglich halten und das Wasser langsam aus allen Richtungen aufgießen — von vorne, hinten, links und rechts. Bis klares Wasser aus dem Abzugsloch fließt: Wann Schluss ist, zeigt nicht die Uhr, sondern der Baum.

Ayumi / Uma / Fune
Gießen Umtopfen Tachibanamodoki Winter

Das Umtopfen endet erst, wenn das Wasser klar wird

Wenn die eigentliche Umtopfarbeit abgeschlossen ist, ist noch nicht alles getan. Was beginnt, nachdem die Schale abgestellt und die Pflanzerde gerichtet wurde, ist der letzte Schritt — das Gießen ist zugleich Abschluss des Umtopfens und Fortsetzung des Zwiegesprächs mit dem Baum.

Den Wasserdruck schwach halten

Bevor man den Schlauch in die Hand nimmt, lohnt sich ein Gedanke: Dieser Baum hat gerade eine Wurzelbehandlung hinter sich, seine Pflanzerde wurde gewechselt. Er befindet sich in einem weit empfindlicheren Zustand als sonst.

Deshalb gilt: den Wasserdruck «so schwach wie möglich» halten. Das ist kein Nachlassen der Sorgfalt, sondern das Gegenteil. Es bedeutet, den Zustand des Baumes zu lesen und die Behandlung zu wählen, die er in diesem Moment braucht. Nicht Kraft, sondern Behutsamkeit ist hier gefragt.

Das Wasser am Boden gibt die Antwort

Von vorne, hinten, links und rechts — aus allen Richtungen wird das Wasser langsam aufgegossen. Zunächst fließt das Wasser aus dem Abzugsloch trüb heraus. Der feine Staub, der noch in der Pflanzerde verblieben ist, wird vom Wasserstrom mitgeschwemmt.

Den richtigen Moment zum Aufhören bestimmt nicht die Uhr, sondern das Abzugsloch. Erst wenn klares Wasser zu fließen beginnt, wird der Schlauch beiseitegelegt.

«Klar oder trüb?» — die Antwort liegt stets auf der Seite des Baumes. Nicht man selbst entscheidet, wann es genug ist, sondern man lässt sich vom Baum zeigen, wann der Zeitpunkt gekommen ist.

Abschluss als Anfang

Das Gießen nach dem Umtopfen wirkt unscheinbar. Und doch steckt darin, still und unaufdringlich, das Wesentliche im Umgang mit dem Baum.

Den Zustand wahrnehmen, darauf eingehen. Ohne Hast, mit stetigem Nachprüfen vorankommen. Der Augenblick, in dem klares Wasser aus dem Abzugsloch fließt — das ist vielleicht das, was «Abschluss» im eigentlichen Sinne bedeutet.

Und von diesem Augenblick an beginnt die stille Zeit, die der nächsten Jahreszeit gehört.

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