Akamatsu / Gestaltung des ersten Astes beim großen Kuromatsu

Mittelstufe: Uma Stammbiegung / Astabsenkung

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An einer Wildsammlung aus den Bergen – einer Japanischen Rotkiefer von etwa 60 Jahren – werden Drahten und Blattauslichten vorgenommen. Die im Dichten verborgene Bewegung des Stammes wird herausgearbeitet, und der Baum nähert sich Schritt für Schritt einem sanften, der Rotkiefer eigenen Erscheinungsbild — diese Folge von Entscheidungen wird vom Ersten Ast an behutsam nachvollzogen.

Uma / Fune
Beschneiden Drahten Form Regalbau Japanische Schwarzkiefer Winter

Die Wildheit des Stammes – still zum Vorschein gebracht

Die Japanische Rotkiefer, die aus den Bergen herabgekommen war, hatte sechs, sieben Jahre lang unberührt gewachsen. Die Äste hatten an Volumen gewonnen, und darunter war die Bewegung des Stammes kaum noch zu erkennen. Die Wildheit, die sich über mehr als 50 Jahre geformt hatte, lag begraben unter der Dichte der Äste.

Koji Hiramatsu überschaut zunächst das Ganze. Wo liegt die Eigenart, was steht im Weg — erst wenn das geklärt ist, ergibt sich die Reihenfolge der Arbeit. Von der Frage «Was soll sichtbar werden?» ausgehend rückwärts denken. Das ist der erste Blick auf dieses Rohmaterial.

Das Gefühl für «typische Rotkiefer» – das sich nicht in Worte fassen lässt

«Was eine Japanische Rotkiefer ausmacht – das ist eine sehr vage Vorstellung …»

Ist die Japanische Schwarzkiefer das Harte, so ist die Japanische Rotkiefer das Weiche. Diesen Gegensatz als Wissen zu kennen ist eine Sache — dem Rohmaterial vor einem diese «sanfte Anmutung» einzuhauchen, ist eine andere. Welche Äste bleiben, wie das Astpolster geformt wird — jede Entscheidung schichtet sich auf dieses Gefühl hin auf.

Die Grundlage der Technik lässt sich benennen. Doch die Eigenart der Baumart, die dahinterliegt, sickert wohl nur durch beständiges Handarbeiten in den Körper ein.

Zwischenraum schaffen – und damit die Bewegung des Astpolsters sprechen lassen

Wenn man einen Ast absenkt, zieht man ihn nicht senkrecht nach unten, sondern nach innen. So geht der Ast sicher nach unten. «Ist das vielleicht zu weit?» – genau dieses Gefühl ist der richtige Moment.

Erst wenn zwischen den Astpolstern Raum entsteht, wird die Bewegung der Äste sichtbar. Nicht vollstopfen, sondern Freiraum schaffen — dieses Weglassen lässt jeden einzelnen Ast für sich sprechen.

Der Zwischenraum im Bonsai – «Ma» – ist vielleicht nicht das Ergebnis von Weglassen, sondern etwas, das von Anfang an dort sein sollte. Wenn die raue Wildheit des Stammes dieser Japanischen Rotkiefer sich still enthüllt, ist das zugleich der Moment, in dem das Freie entstanden ist.

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