Substratarten und -zusammensetzung / Korngröße

Meister: Fune Umtopfen: Grundlagen

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Wir schauen uns sorgfältig an, wie sich die Pflanzerde-Zusammensetzung für Laubgehölze und Nadelgehölze aufgrund der unterschiedlichen Umtopfungszyklen unterscheidet. Warum ändert sich die Korngröße, warum wird Bambuskohle hinzugegeben — diesen Fragen gehen wir still nach und folgen dem Grund, der sich hinter dem Augenmaß verbirgt.

Uma / Fune
Substrat Umtopfen Dreizahn-Ahorn Shimpaku Tachibanamodoki Winter

Was steckt hinter der Wahl der Pflanzerde

Rote Körnererde mit Vulkankies aus Kiryu mischen, dazu Bambuskohle hinzufügen. Die Arbeit selbst wirkt einfach. Doch hinter der Zusammensetzung verbirgt sich die Frage, wie man mit jedem einzelnen Baum in Zukunft umgehen möchte.

Die Korngröße richtet sich nicht nach der Baumart, sondern nach der Zeit

Für Kleinbonsai aus dem Bereich Laubgehölze wird eine feinkörnige Pflanzerde verwendet, bei der kleine Körner Rote Körnererde und kleine Körner Vulkankies aus Kiryu den Hauptanteil bilden. Für Nadelgehölze wie den Chinesischen Wacholder bereitet man separat eine grobkörnigere Pflanzerde vor, deren Grundlage Bergsand ist. Auf den ersten Blick wirkt das, als würde man sich nach der Baumart richten — doch der eigentliche Grund liegt woanders.

Laubgehölze werden ein- bis zweimal im Jahr umgetopft. Selbst bei feinkörniger Pflanzerde kann man die Erde wechseln, bevor die Wurzeln zu eng werden. Beim Chinesischen Wacholder ist das anders. Da die Abstände zwischen den Umtopfungen länger sind, verschlechtert sich bei zu feiner Erde der Wasserabfluss, sobald sich die Wurzeln voll entfaltet haben. Deshalb wählt man gröberes Material.

Die Wahl der Pflanzerde ist kein Eingehen auf die «Vorlieben» der Baumart, sondern eine Rückwärtsrechnung, die sich am Rhythmus der Pflege orientiert. Man überlegt nicht nur, in welchem Zustand sich der Baum gerade befindet, sondern stellt sich vorab vor, wie die Wurzeln bis zum nächsten Umtopfen heranwachsen werden — danach richtet sich die Zusammensetzung.

Unsichtbare Wirkung, in die Erde eingebracht

Bambuskohle wird der Mischung zugegeben, um Keime abzutöten und den Wasserabfluss zu verbessern. Man bringt still etwas in den Topf ein, das unsichtbar seinen Dienst tut. Die Gesundheit des Baumes wird nicht allein durch sichtbare Arbeiten wie Knospenzupfen oder das Formen von Ästen getragen.

Die genauen Mengenverhältnisse können nach Augenmaß bestimmt werden. Was zählt, sind nicht die Zahlen, sondern das Wissen um den Grund jeder Entscheidung — wer den Grund kennt, kann selbst auf den Zustand des Baumes reagieren. Es geht nicht darum, eine Mischung auswendig zu lernen, sondern den dahinterstehenden Gedanken zu erfassen. Das Thema Pflanzerde reicht bis genau dorthin.

Die heutige Entscheidung formt die Wurzeln von morgen

Umtopfen bedeutet nicht einfach, die Wurzeln zu ordnen und den Baum in neue Erde zu setzen. Die Zusammensetzung der Pflanzerde, die in den Topf eingebracht wurde, bestimmt die Wurzelumgebung über die kommenden Jahre bis zum nächsten Umtopfen.

Von außen sieht man die Pflanzerde nicht. Welche Mischung, welche Absicht dahintersteckt — das wissen nur die Hände, die die Arbeit gemacht haben. Doch der Baum antwortet, still und leise.

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