Umgestaltung einer großen Schwarzkiefer #2 Drahtanlegung am ersten Ast / Anpassung der Astanordnung

Meister: Fune Bearbeiten

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Das Drahten der Japanischen Schwarzkiefer, Ast für Ast von unten nach oben. Die Spannung der ersten Windung, die Entscheidung über die Wickelrichtung, das Entfalten der Astpolster — jede einzelne Wahl bestimmt die Baumform in ein paar Jahren. Auch die Erholung einer nach dem Umtopfen geschwächten Kiefer nehmen wir dabei in den Blick.

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Fune
Bearbeiten Japanische Schwarzkiefer Herbst

Die Wahl der Ruhepause

Nach dem Umtopfen zeigte eine Kiefer eine leichte Schwäche. Den Knospenschnitt und die Kurznadeltechnik, die eigentlich anstünden, lassen wir dieses Jahr aus. Kein Weglassen aus Bequemlichkeit — wir geben dem Baum die Zeit, die er zur Erholung braucht.

Die diesjährigen Knospen, die Nadeln des Vorjahres, die Nadeln von vor zwei Jahren — drei Jahre Zeit liegen jetzt auf diesem Ast. Erst wenn wir diesen Zustand geprüft haben, beginnen wir mit dem Drahten.

Die erste Windung entscheidet alles

In welche Richtung soll die Biegung gehen? Das legt man zuerst fest, dann die Wickelrichtung des Drahtes. Greift man hastig zu, muss man oft von vorne anfangen. Kurz vor dem Ast innehalten und nachdenken — dieser Moment ist entscheidend.

Sitzt die erste Windung etwas straffer, arbeitet der gesamte Draht danach richtig. Umgekehrt gilt: Ist sie zu locker, nützen auch weitere Windungen nichts. Dünne Äste mit den Fingern stützen und behutsam vorgehen. Stärke liegt im Maßhalten.

Wie eine geöffnete Hand

Der unterste Ast ist der längste, nach oben hin werden die Äste kürzer. Die Grundform des Bonsai folgt dem ungleichseitigen Dreieck. Man bestimmt den längsten Punkt, dann breitet man die übrigen Äste gleichmäßig aus — wie beim Öffnen einer Hand entstehen so die Astpolster.

Anstatt Äste aus Bequemlichkeit zu entfernen, sollte man möglichst viele erhalten und nutzen. Die Anzahl der Äste trägt die spätere Fülle des Erscheinungsbildes. Der Draht, den man heute anlegt, bestimmt die Baumform in einigen Jahren. Mit dem Blick auf dieses ferne Ziel die Hände zu führen — das ist vielleicht das Wesen des Drahtens.

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