Pfropfung von Kuromatsu ‘Zuiho’

Meister: Fune Formgebung / Gestaltung

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Die Japanische Schwarzkiefer schlägt als Steckling keine Wurzeln. Um die Sorte Zuiho an den nächsten Baum weiterzugeben, bleibt daher nur die Veredelung. Ein keilförmiges Edelreis wird in einen Sämling eingesetzt, das unsichtbare Kambium wird zum Treffen gebracht, und dann wartet man — ohne zu bewegen. Die Spannung der Veredelung wohnt in dieser Stille.

Uma / Fune
Veredelung Japanische Schwarzkiefer Frühling

Weitergeben als Entscheidung

Die Japanische Schwarzkiefer lässt sich nicht durch Stecklinge vermehren. Schneidet man einen Ast ab und steckt ihn in die Erde, schlägt er keine Wurzeln. Genau deshalb gibt es die Technik der Veredelung — und in diesem einen Edelreis trägt die Sorte Zuiho ihr «Noch-nicht» in sich.

Zuiho ist ein außergewöhnlicher Baum. Stammrinde und Blatteigenschaft sind makellos, und er besitzt die stille Würde eines Bonsai. Doch um ihn lebendig zu erhalten, muss man ihn an die nächste Pflanze weitergeben. Da Stecklinge nicht anschlagen, bleibt nur die Veredelung — und hinter dieser Entscheidung steht der Wille, keinen Baum als Einzelstück enden zu lassen.

Das Unsichtbare zum Treffen bringen

Der Kern der Veredelung liegt in der Übereinstimmung des Kambiums. Das Kambium ist jene hauchdünne, lebendige Schicht zwischen Rinde und Holz. Hier fließen die Nährstoffe, hier teilen sich die Zellen. Man kann es nicht sehen — und doch entscheidet sich hier alles.

Das Edelreis wird nicht senkrecht, sondern schräg eingesetzt. Der Winkel vergrößert die Kontaktfläche, und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die unsichtbaren Schichten einander begegnen. Was wie ein technisches Detail wirkt, ist in Wirklichkeit Ausdruck einer Haltung: dem Vertrauen in eine Struktur, die man nicht sehen kann.

Nach dem Einsetzen wird nicht mehr bewegt. Schon ein kleines Verrutschen, und das Kambium verliert den Kontakt. Ist das Band gewickelt, heißt es warten. In diesem einen Grundsatz — «nicht bewegen» — verdichtet sich die ganze Spannung der Veredelung.

Wo man veredelt, ist dieselbe Frage wie: Was möchte man erhalten?

An welcher Stelle der Unterlage setzt man das Edelreis an? Die Wahl eines stammnahen Punktes hat ihren Grund: Man möchte so viel wie möglich von der Stammrinde des Zuiho — dieser unverwechselbaren Textur — bewahren.

Das ist keine technische Frage. Es ist die Antwort auf die Frage: «Was an diesem Baum ist mir wichtig?» In der stillen Ruhe, mit der diese eine Stelle gewählt wird, verdichten sich Ästhetik und Absicht.

Das Verborgene trägt das Sichtbare

Auch wenn die Veredelung gelingt, verändert sich das äußere Bild zunächst nicht. Was unter dem Band geschieht, bleibt unsichtbar. Doch an diesem verborgenen Ort beginnen die Kambiumschichten miteinander zu verwachsen, und Wasser wie Nährstoffe fließen leise in das Edelreis.

Was im Verborgenen geschieht, bringt mit der Zeit die Schönheit ans Licht. Die Zuiho der nächsten Generation beginnt heute — still, in der Spannung des «Nicht-Bewegens».

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