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Für die kommende Kleinbonsai-Ausstellung wird ein Chinesischer Wacholder in eine Ausstellungsschale umgetopft. Warum man sich bewusst im Dezember — einem ungünstigen Zeitpunkt — dazu entscheidet, die Frage nach runder oder Zierquittenförmiger Schale, der Blick, der den Pflanzwinkel bestimmt — wie man sich auf die Präsentation eines einzelnen Baumes einlässt.
Als ich eine Zierquittenförmige Schale zum Chinesischen Wacholder stellte, wirkte der Baum irgendwie kleiner. Mit einer runden Schale wirkte derselbe Baum auf einmal größer, als stünde er mit mehr Würde vor einem. Eine Schale wählen bedeutet, zu entscheiden, wie man die Ausstrahlung eines Baumes zum Vorschein bringt — dieser kurze Moment des Vergleichens macht das sehr deutlich.
Ein Umtopfen im Dezember würde man eigentlich lieber vermeiden. Jeder Eingriff an den Wurzeln belastet den Baum. Und doch — die Kleinbonsai-Ausstellung als Termin lässt keinen Aufschub zu.
Das lässt sich allerdings nicht einfach mit «nicht zu ändern» abtun. Die Wurzeln so wenig wie möglich verletzen. Den Baum nach der Ausstellung im Überwinterungshaus schützen. Die Zeit für die Erholung von Anfang an in den Plan einbeziehen — nicht den Baum den äußeren Umständen unterwerfen, sondern den Terminen entsprechen und dabei die Zeit des Baumes wahren. Das ist die Haltung, die dieser Arbeit zugrunde liegt.
Von außen nach innen, langsam, von oben nach unten. Auch wenn die Wurzeln verschlungen sind — nicht mit Gewalt ziehen. Weil der Zeitpunkt ungünstig ist, nimmt man sich mehr Zeit als sonst und löst behutsam auf. Beim Schneiden entscheidet die Schärfe der Klinge über die Regenerationsfähigkeit — wenn man das bedenkt, merkt man, dass auch die Wahl der Schere Teil dieser Arbeit ist.
Die Bodenwurzel wird entschlossen zurückgekürzt. Die umliegenden Wurzeln hingegen werden geschont. Mit klaren Prioritäten zu arbeiten ist gerade bei Eingriffen außerhalb der Saison besonders wichtig.
Setzt man den Baum auf der rechten Seite der Schale ein, entsteht in der Richtung, in die die Bewegungsrichtung zeigt, ein Freiraum. Dieser Freiraum lässt die Dynamik des Baumes zur Geltung kommen.
Was man sieht, wenn man nicht alles ausfüllt. Der leere Raum ist kein Schmuck, sondern vielleicht ein Weg, durch den die Stimme des Baumes zu uns gelangt.
Die runde Schale wurde gewählt, weil sie diesen Chinesischen Wacholder am größten wirken ließ. Nach der Ausstellung kehrt der Baum in seine ursprüngliche Schale zurück und wird im Überwinterungshaus gehütet. Die Schale ist ein Kleid für einen Moment — der Baum geht weiter.
Und doch: Für diesen einen Tag behandelt man die Wurzeln, legt den Pflanzwinkel fest, füllt die Erde sorgfältig ein. Auf eine Ausstellung hinzuarbeiten bedeutet, auf genau diese Weise mit seiner Zeit umzugehen, denke ich.
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